Mein Leben zwischen Vollzeitjob und Familie

Moin Moin,

ich möchte euch heute von meinen Alltag zwischen Papa sein und Vollzeit Job erzählen.

Wie ihr ja vielleicht schon wisst, arbeite ich Vollzeit als Koch. Ich fange in der Woche um 14.30 Uhr an und muss bis mindestens 23.00 Uhr arbeiten. Am Wochenende haben wir unterschiedliche Schichten. Entweder von 10.00 Uhr bis ca. 17.00 Uhr oder von 17.00 Uhr bis ca. 23.00 Uhr.

Das bedeutet, dass ich die zwei Großen in der Woche so gut wie gar nicht sehe. Ich bringe die beiden morgens so gegen 8.00 Uhr in den Kindergarten. Da ich um 14.30 Uhr bei der Arbeit sein muss, Onno und Karla aber erst dann vom Kindergarten abgeholt werden, sehen wir uns erst wieder am nächsten Morgen. Für Karla ist es gerade wirklich schwer, dass Papa direkt zur Arbeit muss, wenn sie gerade erst nach Hause gekommen ist. Darum gehe ich jetzt meistens schon zur Arbeit, bevor die Großen nach Hause kommen. So muss sich Karla nicht nochmal von mir trennen.

Für mich ist diese Situation natürlich auch nicht schön. Einerseits freue ich mich, dass die Kinder im Kindergarten sind. Wir schaffen einfach mehr im Haushalt und Paul muss unsere Aufmerksamkeit nicht immer teilen. Nebenbei ist der Kindergarten für Onno und Karla natürlich auch wichtig. Andererseits vermisse ich die zwei an manchen Nachmittagen ganz schön doll.  Dann möchte ich statt zu kochen viel lieber Spielen, Basteln, Toben und Lachen.  An meinen zwei freien Tagen nehme ich mir immer vor, besonders viel oder besonders tolle Sachen mit den Großen zu machen. Meistens endet das jedoch leider in Streit und Chaos. Ich habe dann oft eine Erwartungshaltung, wie der Tag laufen soll und natürlich klappt das dann Vorne und Hinten nicht. Und an manchen Tagen bin ich dann so erschöpft, dass ich selbst keine große Lust habe viel zu spielen. Dann hoffe ich, der Tag möge schnell vorbei gehen und die Kinder sollen möglichst früh ins Bett.

Genau an solchen Tagen klappt auch das ins Bett bringen und einschlafen überhaupt nicht. Dann gibt es nur noch mehr Streit und am Ende meist auf beiden Seiten Tränen. Wenn dann endlich alle schlafen, komme ich auch nicht mehr zur Ruhe. Ich mache mir dann viele Gedanken und Vorwürfe, warum ich nicht ruhig bleiben konnte und auf die Kinder so eingehen konnte, wie sie es verdient hätten.

Ich glaube, ich mache mir grundsätzlich zu viele Gedanken, ob ich ein guter Papa bin. Ich denke es ist einfach nur wichtig, das die Kinder merken, dass sie geliebt werden. Ich versuche meinen Kindern das Gefühl zu geben, dass ich immer für sie da bin. Das ist nicht immer einfach. Aber auch wenn sie den größten Blödsinn machen und man mit ihnen schimpfen muss, nehme ich sie danach wieder in den Arm um ihnen zu zeigen, dass ich sie lieb habe – egal was passiert.

Es ist ganz normal, dass man als Elternteil welches Vollzeit arbeitet, zu Hause seine Rolle nicht zu 100% so ausfüllen kann, wie man es sich vielleicht wünscht. Man hat einfach viel weniger Zeit, die man dann aber so schön und harmonisch wie möglich gestalten will.

Am Ende zählt doch nur, dass die Kinder merken, dass sie geliebt werden. Vielleicht hilft es auch, sich nicht zu viele Gedanken zu machen, sondern einfach auf sein Bauch und auf sein Herz zu hören.

 

In diesem Sinne vielen Dank fürs lesen.

2 Replies to “Mein Leben zwischen Vollzeitjob und Familie

  1. Super schön geschrieben! Es ist toll, zwischendurch auch mal die andere Perspektive, nämlich die eines Papas zu lesen. Niemand ist perfekt. Ich denke mir genauso wie du immer, dass man die wenige Zeit, die man miteinander hat, auch miteinander und füreinander nutzen soll. Alles andere ist dann Nebensache!
    Ich freue mich auf weitere Beiträge!

    Liebe Grüße,
    Verena

  2. ich kenne mich mit kindern nicht so wahnsinnig gut aus, aber so wie du das schreibst, denke ich, dass du das wirklich ganz wunderbar machst. das fazit, dass vor allem wichtig ist, dass sie wissen, dass sie geliebt werden, sehe ich auch als den absolut wichtigsten punkt an. halte daran fest, dann kann nicht soviel schiefgehen 😉

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